PKV für BeamteBeihilfe verstehen, bevor Sie unterschreiben

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Beihilfe in Schleswig-Holstein: Sätze und Zuständigkeit

Von Kai Stockschlaeder. Zuletzt geändert am 16. September 2026. Fachlich geprüft am 16. September 2026. Wie diese Seite entsteht.

Eine Frau und ein kleiner Junge frühstücken gemeinsam an einem hellen Küchentisch.

Für Landesbeamtinnen und Landesbeamte in Schleswig-Holstein gilt die Beihilfeverordnung Schleswig-Holstein (BhVO). Sie regelt, welchen Prozentsatz Ihrer beihilfefähigen Aufwendungen der Dienstherr übernimmt. Den Rest versichern Sie privat. Maßgeblich ist Ihr Dienstherr, nicht Ihr Wohnort: Wer beim Land arbeitet und anderswo wohnt, bleibt beim Beihilferecht dieses Landes.

Kurz gesagt

  • Für Landesbeamtinnen und Landesbeamte in Schleswig-Holstein gilt die Beihilfeverordnung Schleswig-Holstein (BhVO), nicht die Bundesbeihilfeverordnung.
  • Im aktiven Dienst beträgt der Bemessungssatz 50 Prozent, mit zwei Kindern 70 Prozent.
  • Im Ruhestand sind es 70 Prozent, für ein berücksichtigungsfähiges Kind 80 Prozent.
  • Schleswig-Holstein bietet die pauschale Beihilfe an, also einen Zuschuss zum Beitrag statt der Erstattung im Einzelfall.
  • Zuständig ist das Dienstleistungszentrum Personal. Die verbindliche Auskunft zu Ihrem Satz kommt von dort.

Ihr Bemessungssatz in Schleswig-Holstein

Die Beihilfe erstattet einen festen Prozentsatz Ihrer beihilfefähigen Aufwendungen. Den Rest versichern Sie privat. Diese Sätze gelten für Landesbeamtinnen und Landesbeamte in Schleswig-Holstein:

Bemessungssätze in Schleswig-Holstein, Stand 16.09.2026
Für wenBeihilfePrivat zu versichern
Aktiv, ohne berücksichtigungsfähiges Kind50 Prozent50 Prozent
Aktiv, mit zwei Kindern70 Prozent30 Prozent
Versorgungsempfänger im Ruhestand70 Prozent30 Prozent
Berücksichtigungsfähiger Ehepartner70 Prozent30 Prozent
Berücksichtigungsfähiges Kind80 Prozent20 Prozent

Rechtsgrundlage: Beihilfeverordnung Schleswig-Holstein (BhVO). Quelle: § 7 Abs. 1 Beihilfeverordnung Schleswig-Holstein (BhVO), Fassung vom 23.07.2024, gültig ab 06.09.2024, abgerufen am 15.09.2026.

Ihren persönlichen Satz mit Kindern und Ehepartner rechnen Sie im Beihilfe-Rechner aus, dort ist Schleswig-Holstein hinterlegt.

Besonderheiten in Schleswig-Holstein

Diese Punkte weichen vom üblichen Muster ab. Sie stehen so in der Rechtsgrundlage oder im Merkblatt der Beihilfestelle:

  • Ab zwei Kindern steigt der Satz für den Ehepartner auf 90 Prozent, ab drei Kindern der Satz aller Kinder auf 90 Prozent. Für Aufwendungen bei Pflegebedürftigkeit bleibt es bei 70 beziehungsweise 80 Prozent.
  • Bei mehreren Beihilfeberechtigten erhält den erhöhten Satz von 70 Prozent nur eine von ihnen bestimmte Person.

Pauschale Beihilfe in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein gehört nach Angaben des PKV-Verbands, der Interessenvertretung der privaten Krankenversicherer, zu den Ländern mit pauschaler Beihilfe. Statt der Erstattung im Einzelfall erhalten Sie dann einen Zuschuss zu Ihrem Krankenversicherungsbeitrag. Das lohnt sich vor allem bei mehreren Kindern und einem Partner ohne eigenes Einkommen, weil die gesetzliche Kasse Familienmitglieder beitragsfrei mitversichert.

Die Entscheidung ist in der Regel unwiderruflich. Ausnahme: Sachsen-Anhalt (§ 3d BesVersEG LSA, seit 01.01.2026) erlaubt den Widerruf mit dreimonatiger Frist. Schleswig-Holstein gewährt den Zuschuss nur für bestimmte Gruppen. Wie sich beide Wege in Ihrem Fall rechnen, steht auf der Seite zur pauschalen Beihilfe.

Vier Punkte, die in Schleswig-Holstein über Ihre Kosten entscheiden

Der Bemessungssatz ist nur die halbe Antwort. Diese vier Regeln unterscheiden die Länder deutlich, und sie kosten im Einzelfall Geld. Alle Angaben stammen aus der Landesvorschrift oder dem Merkblatt der Beihilfestelle, Stand 16.09.2026:

  • Einkommensgrenze für Ehepartner: 20.000 Euro. Maßgeblich sind die Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor der Stellung des Beihilfeantrags (§ 80 Landesbeamtengesetz).
  • Eigenbehalte und Belastungsgrenze: Ein Selbstbehalt je Kalenderjahr, gestaffelt nach Besoldungsgruppen: 160 Euro in A 10 und A 11, 250 Euro in A 12 bis A 15, 400 Euro in A 16 bis B 3, 550 Euro in den nächsten Gruppen und 710 Euro in den höchsten. Je berücksichtigungsfähigem Angehörigen sinkt er um 25 Euro, der Mindestselbstbehalt beträgt 50 Euro. Anwärterinnen und Anwärter sind befreit, für Hinterbliebene gelten 40 Prozent und für Waisen 10 Prozent der Beträge (§ 16 BhVO).
  • Wahlleistungen im Krankenhaus: Nicht beihilfefähig (§ 6 Abs. 3 BhVO). Das gilt für wahlärztliche Leistungen ebenso wie für die Mehrkosten eines Ein- oder Zweibettzimmers.
  • Antragsfrist: Zwei Jahre nach Entstehen der Aufwendungen oder nach Ausstellung der Rechnung. Der Antrag muss außerdem mehr als 100 Euro umfassen; erreichen die Aufwendungen aus zehn Monaten diese Summe nicht, genügen 15 Euro (§ 80 Abs. 2 Landesbeamtengesetz).

Für Ihren Tarif zählt vor allem der dritte Punkt. Ein Wahlleistungsbaustein kostet spürbar Beitrag. Bezuschusst Ihr Dienstherr Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer nicht, tragen Sie diesen Baustein vollständig selbst, und er kann trotzdem sinnvoll sein, wenn Ihnen die Leistung wichtig ist. Bezuschusst er sie, muss der Prozentsatz im Tarif dazu passen. Die Einkommensgrenze wiederum wird oft erst bemerkt, wenn der Partner mehr verdient und der Anspruch rückwirkend entfällt.

Wann die private Krankenversicherung in Schleswig-Holstein nicht die richtige Wahl ist

Für Beamtinnen und Beamte ist die private Krankenversicherung meistens der günstigere Weg, weil Sie nur den Rest zur Beihilfe versichern. Drei Konstellationen sprechen dagegen, und die sollten Sie kennen, bevor Sie unterschreiben:

  • Mehrere Kinder und ein Partner ohne eigenes Einkommen. Hier können Sie die pauschale Beihilfe wählen und in der gesetzlichen Kasse bleiben, in der Angehörige ohne eigenes Einkommen beitragsfrei mitversichert sind. Bei mehreren Kindern und einem Partner ohne Einkommen kann das günstiger sein als mehrere private Verträge.
  • Eine Vorerkrankung, die zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führt. Dann entscheidet sich über die Risikovoranfrage und gegebenenfalls die Öffnungsaktion, ob ein privater Vertrag zu vertretbaren Bedingungen überhaupt zustande kommt.
  • Ein Ehepartner über der Einkommensgrenze. Dann entfällt dessen Beihilfeanspruch, und er muss sich vollständig selbst versichern. Die Grenze in Schleswig-Holstein steht weiter oben.

Der Weg zurück in die gesetzliche Kasse ist im Beamtenverhältnis praktisch ausgeschlossen. Rechnen Sie beide Wege deshalb einmal vollständig durch, bevor Sie sich festlegen: PKV oder gesetzliche Kasse.

Wenn Sie den Dienstherrn wechseln

Ihr privater Vertrag wandert mit, das Beihilferecht nicht. Wechseln Sie nach Schleswig-Holstein oder von dort weg, ändern sich möglicherweise Ihr Bemessungssatz und die Regeln für Angehörige. Lassen Sie Ihren Tarif dann prüfen: Passt der versicherte Prozentsatz nicht mehr zum Bemessungssatz, sind Sie über- oder unterversichert. Für die Anpassung gilt eine Frist von sechs Monaten nach der Änderung (§ 199 Abs. 2 VVG).

Wer in Schleswig-Holstein zuständig ist

Anträge und Auskünfte laufen über das Dienstleistungszentrum Personal (Website). Dort erhalten Sie auch die verbindliche Auskunft über Ihren persönlichen Bemessungssatz. Diese Auskunft ist die Grundlage für den Prozentsatz, den Sie privat versichern.

Weiterlesen

Die Systematik dahinter steht unter Beihilfe, die Regeln des Bundes unter Beihilfe des Bundes. Wie sich der Satz mit Kindern ändert, lesen Sie unter Beihilfe für Kinder, was im Ruhestand passiert, unter Beihilfe im Ruhestand. Was der Schutz kostet, steht unter Kosten.

Quellen

  • § 7 Abs. 1 Beihilfeverordnung Schleswig-Holstein (BhVO), Quelle öffnen, Fassung vom 23.07.2024, gültig ab 06.09.2024, abgerufen am 15.09.2026
  • Dienstleistungszentrum Personal Schleswig-Holstein, Beihilfestelle, abgerufen am 16.09.2026
  • Verband der Privaten Krankenversicherung, Interessenvertretung der privaten Krankenversicherer, Krankenversicherung für Beamtinnen und Beamte (Länder mit pauschaler Beihilfe), pkv.de, abgerufen am 15.09.2026
  • § 199 Abs. 2 VVG zur Anpassung bei änderung des Beihilfeanspruchs, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 15.09.2026
Porträt von Kai Stockschlaeder

Über den Autor

Kai Stockschlaeder ist Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister-Nummer D-IPD8-4Y6QP-52, und seit mehr als 20 Jahren in der PKV-Beratung tätig.

Vergütung: Die Beratung kostet Sie nichts. Ich erhalte eine Courtage vom Versicherer, wenn ein Vertrag zustande kommt. Die Pflichtangaben stehen in der Erstinformation.

Fachlich geprüft am 16. September 2026. Diese Seite ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung. Wie sie entsteht, steht unter Methodik.

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