PKV für BeamteBeihilfe verstehen, bevor Sie unterschreiben

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Welche Versicherer nehmen an der Öffnungsaktion für Beamte teil?

Von Kai Stockschlaeder. Zuletzt geändert am 23. Oktober 2026. Fachlich geprüft am 23. Oktober 2026. Wie diese Seite entsteht.

An der Öffnungsaktion für Beamte und deren Angehörige beteiligen sich 16 private Krankenversicherer, so die Broschüre des PKV-Verbands mit Stand Januar 2026. Bei zwei von ihnen gilt eine Einschränkung: Bei einem Unternehmen gilt die Öffnungsaktion nicht für Beamte auf Widerruf, bei einem anderen nur für katholische Priester. Die erleichterten Bedingungen muss nur der Versicherer gewähren, bei dem Sie Ihren ersten verbindlichen Antrag stellen.

Kurz gesagt

  • 16 Unternehmen nehmen teil, 14 ohne Einschränkung (Broschüre des PKV-Verbands, Abschnitt IV, Stand Januar 2026; Liste geprüft am 22. Oktober 2026).
  • Die beiden Einschränkungen stehen in Fußnoten der Broschüre: „Gilt nicht für Beamte auf Widerruf“ und „Nur für katholische Priester“.
  • Die Teilnahme ist eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen; mit einer neuen Broschüre kann sich die Liste ändern.
  • Nur der Versicherer des ersten verbindlichen Antrags muss die erleichterten Bedingungen gewähren; nimmt er nicht teil, können Sie innerhalb der Frist bei einem teilnehmenden Unternehmen erneut beantragen (Broschüre, Abschnitt III).

Die Liste des PKV-Verbands, Stand Januar 2026

Die Tabelle gibt Abschnitt IV der Broschüre „Erleichterte Aufnahme in die Private Krankenversicherung für Beamte und deren Angehörige“ vollständig wieder: alle 16 Unternehmen in alphabetischer Reihenfolge, die beiden Einschränkungen im Wortlaut der Fußnoten. Liste geprüft am 22. Oktober 2026: Die Broschüre war an diesem Tag unverändert abrufbar, mit dem Stand Januar 2026 auf der Rückseite. Die Reihenfolge ist alphabetisch und keine Rangfolge; die Tabelle sagt nichts über Beiträge, Tarife oder Leistungen der Unternehmen.

Teilnehmende Versicherer der Öffnungsaktion für Beamte, Stand Januar 2026
VersichererTeilnahmeEinschränkung im Wortlaut der BroschüreHinweis
Allianz Private Krankenversicherungs-AGvollständig––
Bayerische Beamtenkrankenkasse Aktiengesellschaftvollständig––
DBV Deutsche Beamtenversicherung Krankenversicherung, Zweigniederlassung der AXA Krankenversicherung AGvollständig––
Debeka Krankenversicherungsverein a. G.vollständig––
DKV Deutsche Krankenversicherung AGvollständig––
Generali Deutschland Krankenversicherung AGvollständig––
HALLESCHE Krankenversicherung auf Gegenseitigkeitmit Einschränkung„Gilt nicht für Beamte auf Widerruf“Betrifft Anwärterinnen, Anwärter und Referendare im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Für Beamte auf Probe, auf Zeit oder auf Lebenszeit nennt die Broschüre bei diesem Unternehmen keine Einschränkung.
HUK-COBURG-Krankenversicherung AGvollständig––
INTER Krankenversicherung AGvollständig––
LIGA Krankenversicherung katholischer Priester VVaGmit Einschränkung„Nur für katholische Priester“Für andere Beamtinnen und Beamte steht die Öffnungsaktion bei diesem Unternehmen nach der Broschüre nicht offen.
Münchener Verein Krankenversicherung a. G.vollständig––
ottonova Krankenversicherung AGvollständig––
SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a. G.vollständig––
Süddeutsche Krankenversicherung a. G.vollständig––
Union Krankenversicherung AGvollständig––
Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AGvollständig––

Aus den beiden Fußnoten ergibt sich, wie viele Unternehmen für Sie in Frage kommen. Als Anwärterin, Anwärter oder Referendar im Beamtenverhältnis auf Widerruf sind es 14, als Beamtin oder Beamter auf Probe, auf Zeit oder auf Lebenszeit 15, sofern Sie nicht katholischer Priester sind. Ob Sie im Vorbereitungsdienst überhaupt Beamter auf Widerruf sind, hängt von Land und Laufbahn ab, siehe PKV für Anwärter und PKV für Referendare.

Was die Teilnahme bedeutet und was nicht

Ein teilnehmendes Unternehmen hat sich freiwillig verpflichtet, Beamtinnen, Beamte und ihre Angehörigen innerhalb der Fristen ohne Ablehnung aus Risikogründen und ohne Leistungsausschlüsse aufzunehmen und einen Risikozuschlag auf höchstens 30 Prozent des tariflichen Beitrags zu begrenzen. Der PKV-Verband beschreibt das als „eine Art Kontrahierungszwang“, also eine selbst übernommene Pflicht zum Vertragsschluss. Einen Anspruch auf einen bestimmten Tarif, einen bestimmten Beitrag oder einen Vertrag ohne Zuschlag gibt die Teilnahme nicht.

  • Freiwillig und mit Stand. Die Liste beruht auf einer Selbstverpflichtung der Unternehmen und gilt mit dem Stand der jeweiligen Broschüre. Sie kann sich ändern; maßgeblich ist die aktuelle Fassung des PKV-Verbands.
  • Nur die beihilfekonforme Restkostenversicherung. Begünstigt ist der Tarif, der zusammen mit der Beihilfe höchstens 100 Prozent der Kosten erstattet. Für einen höheren Erstattungssatz, eine Doppelversicherung und Beihilfeergänzungstarife gilt die Öffnungsaktion nicht. Wahlleistungen im Krankenhaus wie Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung gehören nur dazu, wenn Ihre Beihilfestelle sie erstattet.
  • Keine freie Tarifwahl. Welche Tarife ein Unternehmen im Rahmen der Öffnungsaktion anbietet, erfragen Sie dort; die Broschüre verweist für Angebote und Bedingungen ausdrücklich an die Versicherer. Beamte auf Widerruf werden zunächst in Tarife aufgenommen, die für Beamte auf Widerruf offen sind.
  • Der erste verbindliche Antrag zählt. Die erleichterten Bedingungen muss nur der Versicherer gewähren, bei dem Sie den verbindlichen Erstantrag gestellt haben. Ein zweiter teilnehmender Versicherer ist danach nicht mehr verpflichtet. Nacheinander bei mehreren Unternehmen über die Öffnungsaktion zu beantragen und das günstigste Ergebnis zu nehmen, funktioniert deshalb nicht.
  • Eine Anwartschaft bindet. Haben Sie über die Öffnungsaktion eine Anwartschaftsversicherung bei einem Unternehmen abgeschlossen, das teilnimmt oder bei Abschluss teilgenommen hat, gelten die Bedingungen später nur dort. Das betrifft vor allem Polizei, Feuerwehr, Justizvollzug und Soldaten, siehe Öffnungsaktion bei Heilfürsorge.
  • Gesundheitsfragen bleiben. Auch bei einem teilnehmenden Unternehmen beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig. Davon hängt ab, ob und in welcher Höhe innerhalb der 30-Prozent-Grenze ein Zuschlag anfällt.

Welches der Unternehmen zu Ihnen passt, beantwortet die Liste nicht. Das entscheiden die Tarifleistungen und die Bedingungen für Ihren Dienstherrn; worauf es beim Vergleich ankommt, steht unter Vergleichskriterien für Tarife.

Warum die Wahl vor dem ersten Antrag fallen sollte

Weil nur der Versicherer des ersten verbindlichen Antrags die erleichterten Bedingungen gewähren muss, gehört die Entscheidung für ein Unternehmen vor den Antrag, nicht danach. Die Frist läuft dabei weiter: Maßgeblich ist, dass Ihr Antrag innerhalb von sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses beim Versicherer eingeht. Stellen Sie den Erstantrag bei einem Unternehmen, das nicht teilnimmt, können Sie ihn bei einem teilnehmenden Unternehmen erneut stellen; eine Verlängerung der Frist sieht die Broschüre dafür nicht vor.

Beispielrechnung (konstruiert): Beginn des Beamtenverhältnisses am 15. März 2026. Nach der Rechenregel des Fristenrechners endet die Frist am 15. September 2026. Geht der erste verbindliche Antrag am 1. September bei einem Unternehmen ein, das nicht teilnimmt, muss der erneute Antrag bei einem teilnehmenden Unternehmen bis zum 15. September dort eingegangen sein. Die Broschüre legt keine eigene Rechenregel für den letzten Tag fest; planen Sie deshalb Puffer ein.

Wenn Ihr Wunschversicherer nicht dabei ist

Steht Ihr Wunschversicherer nicht auf der Liste, können Sie die Öffnungsaktion dort nicht nutzen. Ein Antrag dort wird nach den üblichen Annahmerichtlinien des Unternehmens entschieden: Annahme, Zuschlag, Leistungsausschluss oder Ablehnung. Ob das für Sie ein Problem ist, zeigt eine anonyme Risikovoranfrage, bevor Sie irgendwo verbindlich beantragen.

  • Erst anonym anfragen. Lassen Sie Ihre Gesundheitsangaben ohne Namen vom Wunschversicherer und von teilnehmenden Unternehmen einschätzen, wie unter Risikovoranfrage beschrieben. Bietet der Wunschversicherer einen regulären Vertrag zu vertretbaren Bedingungen an, brauchen Sie die Öffnungsaktion nicht.
  • Sonst bei einem teilnehmenden Unternehmen beantragen. Ist der reguläre Weg versperrt oder deutlich teurer, stellen Sie den Antrag innerhalb der Frist bei einem Unternehmen aus der Liste und verweisen im Antrag auf die Öffnungsaktion. Die Broschüre sieht vor, dass Sie die Aufnahme zu den erleichterten Bedingungen schon bei Antragstellung verlangen können.
  • Schon beim Wunschversicherer beantragt? Nimmt der Versicherer Ihres Erstantrags nicht teil, können Sie den Antrag nach der Broschüre bei einem teilnehmenden Versicherer nochmals stellen, solange Ihre Frist läuft.
  • Angehörige folgen Ihrem Versicherer. Ehepartner und Kinder werden über die Öffnungsaktion bei dem Unternehmen aufgenommen, bei dem Sie versichert sind. Nimmt Ihr Versicherer nicht teil, können sich Ihre Angehörigen bei jedem teilnehmenden Unternehmen versichern. Einzelheiten unter Öffnungsaktion für Ehepartner und Kinder.

Ein Wechsel zum Wunschversicherer zu einem späteren Zeitpunkt ist keine Frage der Öffnungsaktion mehr: Dann prüft der neue Versicherer Ihren Gesundheitszustand regulär, und die 30-Prozent-Grenze gilt dort nicht. Wie ein Zuschlag dann wirkt, steht unter Risikozuschlag.

Wann Ihnen die Liste nicht weiterhilft

Die Liste nützt nur, wenn Sie die Öffnungsaktion überhaupt nutzen können. In diesen Fällen hilft sie Ihnen nicht oder nur eingeschränkt:

  • Sie sind bereits privat krankheitskostenvollversichert, auch in einem beihilfekonformen Tarif. Die Öffnungsaktion gilt nur für den erstmaligen Zugang; eine Anwartschaft beim selben Versicherer schadet nicht. Ausnahmen nennt die Broschüre für Fälle, in denen die erneute private Versicherung nicht vorhersehbar war, bei Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V und bei besonderer Härte.
  • Ihre Frist ist abgelaufen. Welche Wege dann bleiben, steht unter Öffnungsaktion verpasst.
  • Sie haben die pauschale Beihilfe gewählt und erhalten einen Zuschuss zu Ihrer Krankenversicherung. Dann sind Sie von der Öffnungsaktion ausgenommen.
  • Sie suchen einen Beihilfeergänzungstarif, etwa für höherwertigen Zahnersatz oder Heilpraktikerleistungen. Dafür gilt die normale Gesundheitsprüfung.
  • Sie haben keine Vorerkrankung, die einen regulären Vertrag erschwert. Dann entscheidet der Tarifvergleich, nicht die Teilnahme an der Öffnungsaktion.

Die Konditionen der Öffnungsaktion im Überblick und den Fristenrechner finden Sie auf der Hauptseite Öffnungsaktion für Beamte.

Quellen

  • Verband der Privaten Krankenversicherung, Erleichterte Aufnahme in die Private Krankenversicherung für Beamte und deren Angehörige (Broschüre zur Öffnungsaktion), Abschnitte I bis IV, Teilnehmerliste mit Fußnoten auf den Broschürenseiten 12 und 13, pkv.de, Stand Januar 2026, abgerufen am 22.10.2026
  • Verband der Privaten Krankenversicherung, Krankenversicherung für Beamtinnen und Beamte (Position), pkv.de, ohne Datumsangabe, abgerufen am 07.10.2026
Porträt von Kai Stockschlaeder

Über den Autor

Kai Stockschlaeder ist Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister-Nummer D-IPD8-4Y6QP-52, und seit mehr als 20 Jahren in der PKV-Beratung tätig.

Vergütung: Die Beratung kostet Sie nichts. Ich erhalte eine Courtage vom Versicherer, wenn ein Vertrag zustande kommt. Die Pflichtangaben stehen in der Erstinformation.

Fachlich geprüft am 23. Oktober 2026. Diese Seite ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung. Wie sie entsteht, steht unter Methodik.

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