Polizeianwärter: Heilfürsorge oder Beihilfe im Vorbereitungsdienst?
Ob Sie als Polizeianwärterin oder Polizeianwärter Heilfürsorge oder Beihilfe erhalten, entscheidet das Recht Ihres Dienstherrn, und Bund und Länder regeln es verschieden. Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Hamburg und die Bundespolizei beziehen Anwärter ausdrücklich ein; Thüringen gewährt freie Heilfürsorge gerade nur im Vorbereitungsdienst. In Hessen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz erhalten Sie Beihilfe und brauchen von Anfang an eine private Restkostenversicherung. Mit Heilfürsorge zählt die Anwartschaft, und deren Frist in der Öffnungsaktion läuft ab Beginn der Heilfürsorge.
Kurz gesagt
- Ausdrücklich mit Anwärterbezügen: Baden-Württemberg (§ 79 Abs. 1 LBG BW), Mecklenburg-Vorpommern (§ 112 Abs. 1 LBG M-V) und Schleswig-Holstein (§ 112 Abs. 1 LBG SH); Sachsen-Anhalt nennt Anwärtergrundbeträge (§ 3a Abs. 1 BesVersEG LSA).
- Nur in der Ausbildung: Thüringen gewährt freie Heilfürsorge während des Vorbereitungsdienstes für den mittleren und gehobenen Dienst (§ 103 Abs. 1 ThürBG), Bayern der Bereitschaftspolizei in Ausbildung mit Gemeinschaftsunterkunft (Art. 96 BayBesG).
- In Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen knüpft der Wortlaut an die Besoldung an und nennt Anwärter nicht ausdrücklich; für Berlin liegt kein amtlicher Text vor.
- Bei Heilfürsorge gilt die Öffnungsaktion nur für eine Anwartschaft, Antrag innerhalb von sechs Monaten ab Begründung des Heilfürsorgeanspruchs (PKV-Verband, Stand Januar 2026).
- Die Pflicht zur Pflegeversicherung gilt auch mit Heilfürsorge (§ 23 Abs. 4 Nr. 1 SGB XI), und Ehepartner und Kinder brauchen eine eigene Absicherung.
Heilfürsorge oder Beihilfe: was im Vorbereitungsdienst gilt
Ob Sie im Vorbereitungsdienst Heilfürsorge oder Beihilfe erhalten, regelt das Beamtenrecht Ihres Dienstherrn, und die Zuordnung steht in Ihren Einstellungsunterlagen. Mit Heilfürsorge übernimmt der Dienstherr die Behandlung, in der Regel als Sachleistung (zum Beispiel § 79 Abs. 2 LBG BW, § 3a Abs. 2 BesVersEG LSA). Eine eigene Krankenversicherung müssen Sie im Umfang dieses Anspruchs nicht abschließen (§ 193 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 VVG). Mit Beihilfe erstattet der Dienstherr nur einen Prozentsatz, und den Rest versichern Sie privat.
Was die Heilfürsorge im aktiven Dienst umfasst und warum sie mit dem Ruhestand endet, steht auf der Seite PKV bei der Polizei. Diese Seite beantwortet die Frage davor: Gilt die Heilfürsorge schon in der Ausbildung, und welche Fristen laufen deshalb bereits im ersten Ausbildungsjahr?
Wer im Vorbereitungsdienst Heilfürsorge erhält
Ausdrücklich auf Anwärter bezogen ist die Heilfürsorge in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (Wortlaut „Anwärterbezüge“), in Sachsen-Anhalt (Wortlaut „Anwärterinnen- oder Anwärtergrundbeträge“), in Hamburg, dessen Gesetz die Heilfürsorge der Beamten auf Widerruf eigens regelt, und bei der Bundespolizei. Thüringen und Bayern gewähren sie gerade in der Ausbildung, danach im Wesentlichen nur bei Einsätzen. Hessen, das Saarland und Rheinland-Pfalz gewähren Anwärtern Beihilfe.
In Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen knüpft der Wortlaut an die Besoldung an und nennt Anwärter nicht ausdrücklich. Daraus ziehe ich hier keine Schlüsse. Mehrere Besoldungsgesetze zählen Anwärterbezüge zwar zur Besoldung, etwa § 1 Abs. 4 BbgBesG und § 1 Abs. 3 BBesG; wie Ihre Personalstelle Sie im Vorbereitungsdienst einordnet, steht trotzdem erst in Ihren Unterlagen. Für Berlin lag mir der amtliche Text nicht vor.
| Dienstherr | Heilfürsorge im Vorbereitungsdienst | Was für Anwärter dazu geregelt ist | Fundstelle |
|---|---|---|---|
| Bund (Bundespolizei) | ja; die Heilfürsorgeverordnung nennt Polizeivollzugsanwärterinnen und Polizeivollzugsanwärter ausdrücklich | Anwärter müssen sich in polizeiärztliche Behandlung begeben | § 70 Abs. 2 BBesG; § 5 Abs. 2 Satz 2 BPolHfV |
| Baden-Württemberg | ja; Wortlaut: „solange sie Anspruch auf laufende Dienst- oder Anwärterbezüge haben“ | keine Anrechnung auf die Besoldung (§ 1 Abs. 2 HVO, Gesamtausgabe des Landesamts, Stand Dezember 2022) | § 79 Abs. 1 LBG BW |
| Bayern | nur eingeschränkt: Bereitschaftspolizei in Ausbildung, die aufgrund dienstlicher Verpflichtung in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnt, und Einsatzstufen außerhalb des Stammpersonals | alle übrigen Polizeibeamten nur während Einsätzen und Übungen, sonst Beihilfe | Art. 96 BayBesG; § 1 HeilfürsV |
| Berlin | nicht belegt | Fragen Sie Ihre Personalstelle. | amtlicher Text lag nicht vor |
| Brandenburg | Wortlaut: „solange ihnen Besoldung zusteht“; Anwärter nicht ausdrücklich genannt | Beamte auf Widerruf können die Heilfürsorge nicht ablehnen; Anwärterbezüge gehören nach § 1 Abs. 4 BbgBesG zur Besoldung | § 114 Abs. 1 und 3 LBG |
| Bremen | Wortlaut: „solange sie einen Anspruch auf Besoldung haben“; Anwärter nicht ausdrücklich genannt | keine eigene Regel für Anwärter im Wortlaut | § 111 Abs. 1 BremBG |
| Hamburg | ja; das Gesetz regelt die Heilfürsorge der Beamten auf Widerruf im Vorbereitungsdienst ausdrücklich | keine Anrechnung als Sachbezug auf die Anwärterbezüge (sonst 1,4 % des Grundgehalts); Ablehnung möglich, Widerruf ausgeschlossen | § 112 Abs. 1 Satz 3, Abs. 4 HmbBG |
| Hessen | nein, es gilt die Beihilfe | nach Angaben der Polizei Hessen Beihilfe von mindestens 70 %, für den Rest Kranken- und Pflegeversicherung | Polizei Hessen, Karriere-FAQ Nr. 6.1 |
| Mecklenburg-Vorpommern | ja; Wortlaut: „solange sie Dienst- oder Anwärterbezüge erhalten“ | keine eigene Regel für Anwärter im Wortlaut | § 112 Abs. 1 LBG M-V |
| Niedersachsen | Wortlaut: „wenn Besoldung gezahlt … wird“; Anwärter nicht ausdrücklich genannt | Anrechnung von 1,3 % des Grundgehalts auf die Besoldung; schriftlicher Verzicht möglich, Widerruf ausgeschlossen | § 114 Abs. 1 und 2 NBG |
| Nordrhein-Westfalen | Wortlaut: „solange ihnen Besoldung zusteht“; Anwärter nicht ausdrücklich genannt | keine eigene Regel für Anwärter im Wortlaut | § 112 Abs. 2 LBG NRW |
| Rheinland-Pfalz | nein, es gilt die Beihilfe; Heilfürsorge nur noch für Beamte, die am 30. September 2017 heilfürsorgeberechtigt waren | Anwärter waren nach dem Bericht des Rechnungshofs von 2019 ausschließlich beihilfeberechtigt | § 113a LBG RP nach Rechnungshof Rheinland-Pfalz 2019 |
| Saarland | nein, es gilt die Beihilfe | das Saarland gewährt der Polizei „in keiner Form freie Heilfürsorge“ (Gutachten 2017) | Ländervergleiche Rheinland-Pfalz 2017 und 2019 |
| Sachsen | Wortlaut: „wenn und solange sie Besoldung erhalten“; Anwärter nicht ausdrücklich genannt | keine eigene Regel für Anwärter im Wortlaut | § 135 Abs. 2 SächsBG |
| Sachsen-Anhalt | ja; Wortlaut: „Dienstbezüge oder Anwärterinnen- oder Anwärtergrundbeträge“ | Ablehnung binnen sechs Monaten für neu Eingestellte mit Anspruch auf Dienstbezüge und für Beamte, die nach dem Vorbereitungsdienst auf Probe ernannt werden; Widerruf ausgeschlossen | § 3a Abs. 1, § 3c BesVersEG LSA |
| Schleswig-Holstein | ja; Wortlaut: „solange sie Dienst- oder Anwärterbezüge erhalten“ | Anrechnung von 1 % des Grundgehalts oder des Anwärtergrundbetrags; Ablehnung binnen sechs Monaten nach Einstellung oder Versetzung, ebenso nach der Ernennung auf Probe im Anschluss an den Vorbereitungsdienst; Widerruf ausgeschlossen | § 112 Abs. 1 und 3 LBG SH |
| Thüringen | ja, aber auf die Ausbildung beschränkt: „während des Vorbereitungsdienstes für den mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst“ | danach nur Erstversorgung durch den polizeiärztlichen Dienst bei Einsätzen geschlossener Einheiten und Spezialeinheiten | § 103 Abs. 1 ThürBG |
Die Anrechnung ist der Punkt, an dem die Heilfürsorge Geld kostet. In Schleswig-Holstein wird sie schon auf den Anwärtergrundbetrag angerechnet, in Hamburg ausdrücklich nicht auf die Anwärterbezüge. Für Niedersachsen nennt der Wortlaut die Besoldung, ohne Anwärter eigens zu erwähnen.
Drei Ausgangslagen und was daraus folgt
Aus der Tabelle ergeben sich drei Ausgangslagen: Heilfürsorge ab dem Vorbereitungsdienst und darüber hinaus, Heilfürsorge nur in der Ausbildung und Beihilfe von Anfang an. Jede verlangt eine andere Absicherung. In den ersten beiden Fällen fällt die wichtigste Frist schon in die Ausbildung, nicht erst in die Zeit als Beamtin oder Beamter auf Probe.
Heilfürsorge ab dem Vorbereitungsdienst und danach
Das betrifft nach dem Wortlaut Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Hamburg und die Bundespolizei. Im aktiven Dienst brauchen Sie dann keine Restkostenversicherung für sich selbst. Offen ist die Zeit danach: Im Ruhestand endet die Heilfürsorge, und es gilt die Beihilfe. Wer sich den späteren Zugang zu einem beihilfekonformen Tarif sichern will, schließt eine Anwartschaftsversicherung ab.
Für die Öffnungsaktion zählt dabei der Beginn der Heilfürsorge. Nach der Broschüre des PKV-Verbands gilt sie für Polizeibeamte mit Heilfürsorgeanspruch nur als Anwartschaftsversicherung, und der Antrag muss „innerhalb von sechs Monaten ab Begründung des Anspruchs auf truppenärztliche Versorgung bzw. Heilfürsorge“ beim Versicherer eingehen. Wo die Heilfürsorge an die Anwärterbezüge geknüpft ist, beginnt dieser Anspruch mit dem Vorbereitungsdienst. Die Broschüre führt Heilfürsorgeberechtigte allerdings unter den Beamtenanfängern und nennt Anwärter mit Heilfürsorge nicht eigens. Gehen Sie deshalb vom frühen Termin aus und lassen Sie sich vom Versicherer schriftlich bestätigen, dass er Ihren Antrag im Vorbereitungsdienst über die Öffnungsaktion annimmt. Einzelheiten stehen unter Öffnungsaktion bei Heilfürsorge.
Heilfürsorge nur in der Ausbildung
In Thüringen erhalten Polizeivollzugsbeamte freie Heilfürsorge während des Vorbereitungsdienstes für den mittleren und gehobenen Dienst, danach nur noch als Erstversorgung bei bestimmten Einsätzen (§ 103 Abs. 1 ThürBG). In Bayern gilt sie für die Bereitschaftspolizei in Ausbildung, die dienstlich in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnt, für Einsatzstufen außerhalb des Stammpersonals und für alle übrigen nur bei Einsätzen und Übungen (Art. 96 BayBesG). Mit dem Ende dieser Phase wechseln Sie in die Beihilfe und brauchen vom ersten Tag an eine private Restkostenversicherung, denn die Befreiung von der Versicherungspflicht reicht nur so weit wie Ihr Anspruch auf Heilfürsorge oder Beihilfe (§ 193 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 VVG).
Für die Öffnungsaktion ist dieser Fall in der Broschüre nicht eigens geregelt. Sie nennt bei den Beamten auf Probe nur den Fall, dass im vorangegangenen Widerrufsverhältnis eine gesetzliche Versicherung bestand. Sichern Sie sich deshalb in den ersten sechs Monaten der Heilfürsorge eine Anwartschaft und fragen Sie den Versicherer schriftlich, zu welchen Bedingungen er Sie bei der Ernennung auf Probe in den Beihilfetarif übernimmt.
Beihilfe von Anfang an
In Hessen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz sowie in Bayern außerhalb der genannten Gruppen gilt für Sie dasselbe wie für jede andere Anwärterin und jeden anderen Anwärter: Beihilfe zum Bemessungssatz Ihres Dienstherrn und eine private Restkostenversicherung für den Rest, meist in einem Anwärtertarif. Die Sätze im Vorbereitungsdienst stehen unter Beihilfe im Vorbereitungsdienst, die Landesregeln zum Beispiel unter Beihilfe Hessen und Beihilfe Saarland. Die Öffnungsaktion läuft hier sechs Monate ab Beginn des Beamtenverhältnisses.
Heilfürsorge ablehnen: was für Anwärter gilt
In Brandenburg können Beamte auf Widerruf die Heilfürsorge nicht ablehnen (§ 114 Abs. 3 Satz 3 LBG). In Hamburg und Niedersachsen ist die Ablehnung beziehungsweise der Verzicht vorgesehen, ohne dass der Wortlaut eine Frist nennt, in Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein nur binnen sechs Monaten. In allen vier Ländern ist die Erklärung endgültig.
Sachsen-Anhalt nennt beim Ablehnungsrecht neu Eingestellte mit Anspruch auf Dienstbezüge und Beamte, die nach dem Vorbereitungsdienst auf Probe ernannt werden (§ 3c Abs. 1 BesVersEG LSA); Anwärter mit Anwärtergrundbeträgen nennt der Wortlaut dort nicht. Schleswig-Holstein lässt die Ablehnung binnen sechs Monaten nach Einstellung oder Versetzung zu und ebenso nach der Ernennung auf Probe im Anschluss an den Vorbereitungsdienst (§ 112 Abs. 3 LBG SH).
Wer ablehnt, erhält ab dem Folgemonat Beihilfe und braucht ab diesem Monat eine Restkostenversicherung, und zwar dauerhaft. Prüfen Sie vor der Erklärung zwei Dinge: ob Ihr Antrag beim Versicherer noch in die Sechsmonatsfrist der Öffnungsaktion fällt, die für Beamte auf Widerruf und Beamtenanfänger mit der erstmaligen Verbeamtung beginnt, und was die Beiträge über das ganze Berufsleben gegenüber der Anrechnung auf Ihre Bezüge ausmachen.
Was Sie trotz Heilfürsorge absichern
Auch mit Heilfürsorge bleiben drei Dinge offen: die Pflegeversicherung, die Absicherung Ihrer Familie und der spätere Zugang zu einem Beihilfetarif. Die ersten beiden betreffen Sie schon im Vorbereitungsdienst.
- Pflegeversicherung: Die Pflicht zur privaten Pflegeversicherung gilt entsprechend für Heilfürsorgeberechtigte, die nicht in der sozialen Pflegeversicherung versicherungspflichtig sind (§ 23 Abs. 4 Nr. 1 SGB XI). In welchem Umfang, hängt davon ab, ob Ihr Dienstherr bei Pflegebedürftigkeit Beihilfe leistet; das bestätigt Ihnen die Heilfürsorgestelle.
- Ehepartner und Kinder: Die Heilfürsorge-Vorschriften gewähren den Anspruch den Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten selbst. Für Neugeborene sehen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein nur die Erstversorgung bis zum sechsten Lebenstag vor, soweit kein anderer Schutz besteht. Angehörige brauchen deshalb eine eigene Absicherung. Über die Öffnungsaktion können sie aufgenommen werden, wenn sie bei der Beihilfe berücksichtigungsfähig sind und Sie selbst privat versichert sind oder eine Anwartschaft haben, also nie eigenständig, sondern über Sie. Wer zu Beginn Ihrer eigenen Frist schon berücksichtigungsfähig ist, hat Ihre Frist; wer später hinzukommt, bekommt sechs Monate ab Geburt, Heirat oder dem Ende der Pflichtversicherung. Mehr dazu unter Öffnungsaktion für Angehörige und Beihilfe für Kinder.
- Leistungsgrenzen: Die meisten Heilfürsorge-Vorschriften verweisen auf den Leistungsrahmen der gesetzlichen Krankenversicherung, zum Beispiel § 112 Abs. 2 LBG M-V und § 112 Abs. 2 LBG SH. In Hamburg sind Wahlleistungen im Krankenhaus ausdrücklich ausgeschlossen (§ 112 Abs. 2 Satz 3 HmbBG). Ob Sie solche Lücken privat schließen, ist eine Frage des Bedarfs, nicht der Pflicht.
Beispielrechnung: Welche Frist wann beginnt
Konstruiertes Beispiel: Einstellung in den Vorbereitungsdienst am 1. September, Ernennung auf Probe nach bestandener Ausbildung. Je nach Land beginnen die Fristen an ganz unterschiedlichen Tagen.
- Land mit Heilfürsorge ab Anwärterbezügen (etwa Mecklenburg-Vorpommern): Heilfürsorge ab dem 1. September. Nach dem Wortlaut der Broschüre läuft die Sechsmonatsfrist der Öffnungsaktion für die Anwartschaft ab diesem Tag, nicht ab der Ernennung auf Probe.
- Thüringen: Freie Heilfürsorge ab dem 1. September bis zum Ende des Vorbereitungsdienstes. Am Tag der Ernennung auf Probe muss die Restkostenversicherung beginnen; den Antrag stellen Sie deshalb vor dem Prüfungsende.
- Hessen: Beihilfe ab dem 1. September. Restkostenversicherung ab diesem Tag, Öffnungsaktion sechs Monate ab Beginn des Beamtenverhältnisses.
Das genaue Fristende für Ihr Datum zeigt der Fristenrechner. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags beim Versicherer, nicht der Versicherungsbeginn.
Wann Anwartschaft oder Privatvertrag im Vorbereitungsdienst nicht passen
Eine Anwartschaft ist kein Selbstzweck, und ein privater Vertrag ist nicht in jeder Lage der richtige erste Schritt. In diesen Fällen passt der naheliegende Weg nicht oder nur mit Vorbehalt:
- Ihr Dienstherr gewährt Beihilfe, etwa in Hessen oder im Saarland. Dann hilft Ihnen eine Anwartschaft nicht, Sie brauchen von Anfang an eine Restkostenversicherung.
- Sie wollen nach der Ausbildung nicht im Polizeidienst bleiben. Eine beihilfekonforme Anwartschaft zielt auf die Beihilfe im Ruhestand. Was bei einer Kündigung gilt, steht in den Bedingungen des Versicherers; lesen Sie das vor dem Abschluss.
- Sie wollen die Heilfürsorge nur wegen der Anrechnung ablehnen. Die Erklärung lässt sich nicht widerrufen. Ohne einen Vergleich über das ganze Berufsleben und ohne Klarheit, wie ein Versicherer Ihren Gesundheitszustand bewertet, ist sie verfrüht.
- Sie haben eine Vorerkrankung und die sechs Monate sind vorbei. Dann hilft die Öffnungsaktion nicht mehr. Der nächste Schritt ist eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern, bevor Sie irgendwo einen Antrag stellen.
Was beim Übergang von der Ausbildung in die Probezeit sonst noch zu regeln ist, steht unter Nach der Anwärterzeit, die Grundlagen für alle Anwärter unter PKV für Beamtenanwärter.
Quellen
- § 70 Abs. 2 Bundesbesoldungsgesetz (BBesG), gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23.10.2026
- § 5 Abs. 2 Bundespolizei-Heilfürsorgeverordnung (BPolHfV), zuletzt geändert durch Verordnung vom 11.03.2025, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23.10.2026
- § 1 Abs. 3 BBesG (Anwärterbezüge als Teil der Besoldung), gesetze-im-internet.de, abgerufen am 22.10.2026
- § 79 Landesbeamtengesetz Baden-Württemberg, landesrecht-bw.de, Gesetz vom 9. November 2010, abgerufen am 17.10.2026
- § 1 Heilfürsorgeverordnung Baden-Württemberg (HVO), Gesamtausgabe des Landesamts für Besoldung und Versorgung, Stand Dezember 2022, lbv.landbw.de, abgerufen am 17.10.2026
- Art. 96 Bayerisches Besoldungsgesetz (BayBesG), gesetze-bayern.de, Text gilt ab 01.01.2026, abgerufen am 17.10.2026
- § 1 Verordnung über die freie Heilfürsorge für die Polizei (HeilfürsV), Bayern, gesetze-bayern.de, Text gilt ab 01.05.2019, abgerufen am 17.10.2026
- § 114 Landesbeamtengesetz Brandenburg, bravors.brandenburg.de, zuletzt geändert durch Gesetz vom 21. Juni 2024, abgerufen am 17.10.2026
- § 1 Abs. 4 Brandenburgisches Besoldungsgesetz (BbgBesG), bravors.brandenburg.de, abgerufen am 22.10.2026
- § 111 Bremisches Beamtengesetz (BremBG), transparenz.bremen.de, Gesamtausgabe gültig ab 01.07.2026, abgerufen am 17.10.2026
- § 112 Hamburgisches Beamtengesetz (HmbBG), landesrecht-hamburg.de, Fassung vom 04.04.2017, abgerufen am 17.10.2026
- Polizei Hessen, Karriere-FAQ Nr. 6.1 „Wie bin ich bei der Polizei krankenversichert?“, karriere.polizei.hessen.de, abgerufen am 17.10.2026
- § 112 Landesbeamtengesetz Mecklenburg-Vorpommern (LBG M-V), landesrecht-mv.de, Fassung vom 28.02.2026, abgerufen am 17.10.2026
- § 114 Niedersächsisches Beamtengesetz (NBG), NI-VORIS, Fassung ab 01.01.2019, abgerufen am 17.10.2026
- § 112 Landesbeamtengesetz Nordrhein-Westfalen (LBG NRW), recht.nrw.de, § 112 in Kraft seit 07.06.2025, abgerufen am 17.10.2026
- Rechnungshof Rheinland-Pfalz, Beratende Äußerung „Vergleichende Betrachtung von Beihilfe und Heilfürsorge für Polizeibeamte“ vom 16.09.2019 (§ 113a LBG, Anwärter beihilfeberechtigt, Saarland ohne Heilfürsorge), rechnungshof.rlp.de, abgerufen am 17.10.2026
- Landtag Rheinland-Pfalz, Wissenschaftlicher Dienst, Gutachten vom 03.01.2017 (Saarland), landtag-rlp.de, abgerufen am 17.10.2026
- § 135 Sächsisches Beamtengesetz (SächsBG), revosax.sachsen.de, Stand 1. August 2026, abgerufen am 17.10.2026
- §§ 3a und 3c Besoldungs- und Versorgungsrechtsergänzungsgesetz Sachsen-Anhalt (BesVersEG LSA), landesrecht.sachsen-anhalt.de, § 3a gültig ab 15.10.2024, § 3c gültig ab 01.01.2015, abgerufen am 17.10.2026
- § 112 Landesbeamtengesetz Schleswig-Holstein (LBG SH), gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de, gültig ab 01.01.2024, abgerufen am 17.10.2026
- § 103 Thüringer Beamtengesetz (ThürBG), landesrecht.thueringen.de, gültig ab 01.01.2026, abgerufen am 17.10.2026
- § 193 Abs. 3 Versicherungsvertragsgesetz (VVG), gesetze-im-internet.de, abgerufen am 07.10.2026
- § 23 Abs. 4 Elftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI), gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23.10.2026
- Verband der Privaten Krankenversicherung, Broschüre „Erleichterte Aufnahme in die Private Krankenversicherung für Beamte und deren Angehörige“ (Personenkreis, Fristen, Anwartschaft bei Heilfürsorge, Angehörige), pkv.de, Stand Januar 2026, abgerufen am 07.10.2026
Über den Autor
Kai Stockschlaeder ist Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister-Nummer D-IPD8-4Y6QP-52, und seit mehr als 20 Jahren in der PKV-Beratung tätig.
Vergütung: Die Beratung kostet Sie nichts. Ich erhalte eine Courtage vom Versicherer, wenn ein Vertrag zustande kommt. Die Pflichtangaben stehen in der Erstinformation.
Fachlich geprüft am 23. Oktober 2026. Diese Seite ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung. Wie sie entsteht, steht unter Methodik.
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